Lambdaadaption und Gemischkorrektur

Die Lambdasonde misst die Abgase und gibt diesen Wert an das Steuergerät. Dabei pendelt der Wert in der Regel bei der herkömmlichen Lamdasonde zwischen 0,1 und 0,9 Volt. 0,1 Volt bedeutet mageres

Gemisch und 0,9 Volt fettes Gemisch. Anhand dieser Werte fettet oder magert das Steuergerät das Gemisch an, indem es die Einspritzzeit verringert oder verlängert, um so zu einem homogenen Gemisch zu

gelangen. Dieses Regelfenster bezeichnet man auch als Lambdaintegrator. Wenn die Lambdasonde nun durch zum Beispiel Falschluft permanent mageres Gemisch meldet, wird das Steuergerät versuchen das

Gemisch solange anzureichern, bis dass der Lambdaintegrator wieder in seinen normalen Regelbereich gelangt. Wenn diese Regelung nun eine bestimmte Zeit so bleibt, wird das Steuergerät diesen Wert nun zu

dem Grundeinspritzwert dazurechnen und als neue Grundeinspritzzeit definieren. Entfällt die Störung nun wieder, und die Regelung geht wieder in einen neuen Bereich, wird auch hier wieder der Wert angepasst. Der

Bereich, bzw die Zeit bis zur dauernden Anpassung ist die Kurzzeitadaption oder Short Fuel Trim, die neu angepasste Grundeinspritzzeit ist somit die Langzeitadaption oder longfuel trim.

Dabei wird unterschieden zwischen additive und multiplikative Adaption:

Die additive Adaption ist bei Leerlauf und unteren Teillast wirksam. Dabei wird zu der Grundeinspritzzeit der Korrekturwert addiert (angefettet-bei Falschluft) bzw. abgezogen (abgemagert z.B. Kraftstoffdruck zu

hoch, tropfendes Einspritzventil).
Die multiplikative Adaption ist ab ca. Teillast bis Vollast wirksam.
Bei dieser Adaption wird zu der Grundeinspritzzeit der Korrekturwert multipliziert, bzw. prozentual hinzugefügt oder abgezogen.

Je nach Auslegung des Steuergerätes kann dieser Wert bei der Diagnose in Istwerten/Datenlisten usw. angezeigt und damit sichtbar ob das Steuergerät anfettet (Adaptionswerte im +) oder abmagert

(Adaptionswerte im -, Herstellerangaben beachten!). In der OBD sind diese Werte ebenfalls zu finden.

Die Adaptionen können mittels Diagnosetester oder teilweise durch Abklemmen der Batterie zurückgesetzt werden. Zur besseren Diagnose ist es empfehlenswert, die Adaptionswerte auszudrucken und danach zu

löschen. Dadurch arbeitet das Motorsteuergerät mit dem Grundgemisch und die Abgase können mittels Abgastester geprüft werden.

Die Fehlerquellen bei zu mageren Gemisch können sein: Falschluft (Leerlauf), Kraftstoffdruck, defekte oder verstopfte Einspritzdüsen/-ventile, defekte Sensoren, Fehler in der Spannungsversorgung usw.

Die Fehlerquelle bei zu fetten Gemisch können sein:  z.B. tropfende Einspritzventile, zu hoher Kraftstoffdruck, defekte Sensoren usw.

Gerade bei Fehlern wo die Fehlerlampe zwar leuchten, aber keine direkten Fahrfehler vorhanden sind, ist die Messung der Abgase und die Bewertung der Adaptionswerte wichtig.
Besonders bei Fehlermeldungen die sich auf die Abgaszusammensetzung beziehen wie zum Beispiel Fehlercode P0170 und P0171. In den Anfängen wurde das Gemisch bei entsprechenden Meldungen von der

Lambdasonde, solange angefettet, bzw abgemagert, bis dass der Motor teilweise nicht mehr lauffähig war. Heutzutage wird nur bis zu einem gewissen Wert korrigiert und bei übersteigen der Werte (Adaptionen)

die Lambdaregelung abgeschaltet und die Fehlerlampe gesetzt.

Nun liegt es am Techniker die Fehlermöglichkeiten zu prüfen. Dabei sollten auf jeden Fall die Abgaswerte im Leerlauf und erhöhten Leerlauf geprüft werden.